Auf einer wunderschönen Nilkreuzfahrt haben sie meistens die Möglichkeit, sich dieses Highlight im Süden Ägyptens anzusehen. Von Assuan aus können sie entweder per Flug nach Abu Simbel gelangen oder sie unternehmen eine Fahrt mit dem Bus durch die Wüste. Die Tour mitten durch die Wüstenlandschaft ist an sich schon sehenswert. Unvergeßlich ist es aber den Sonnenaufgang über der Wüste zu erleben - einfach einmalig!
Abu Simbel bezeichnet die mächtige Felsentempelanlage im äußersten Süden des Landes und ist eines der zahlreichen von Ramses II. errichteten Bauwerke, welches aus dem Haupttempel für den Herrscher selbst und der Nebenanlage, dem Tempel seiner Frau Nefertari besteht. Der Rettungsaktion der UNESCO in den 60er jahren des vorigen Jahrhunderts ist es zu verdanken, dass wir noch heute dieses eindrucksvolle Denkmal betrachten können. Damals war die Anlage mit anderen Denkmälern durch den Bau des Assuan-Staudamms von Wassermassen bedroht - bis es an seinen heutigen Standort versetzt wurde, wo man es seitdem besuchen kann.
Auf dem Vorplatz des großen Tempels können sie zunächst die vier über 30 m hohen, majestätischen Kolossalstatuen Ramses II. bewundern, bevor sie das Innere des Tempels erkunden. Schreitet man in der Mitte zwischen den jeweils 2 zur Seite thronenden Abbildern durch, gelangt man in die große Pfeilerhalle, die sich durch weitere 8 gewaltige Götterstatuen kennzeichnet. An den Wänden finden sich unter anderem Darstellungen von Ramses’ Streifzug gegen das Volk der Hethiter. Anschließend an den Pfeilersaal gelangt man in eine Halle mit weiteren Pfeilern, die in den Quersaal führt. Hier wird der König opfernd vor einigen Göttern gezeigt. Von dort aus gelangt man schließlich in das Allerheiligste des Tempels, das Sanktuar, in dem sich 4 Statuen befinden. Sie präsentieren Ramses II. und drei weitere Götter. Symbolisch stellt sich der Pharao damit auf eine Ebene mit den Göttern.
Der zweite Tempel von Abu Simbel ist Ramses Ehefrau Nefertari und der Göttin Hathor geweiht, deren Antlitze sich immer wieder im Tempel finden lassen. Ähnlich wie beim großem Tempel zieren die Fassade 6 Statuen des Königs und seiner Gemahlin. Der Tempel ist in seinem Aufbau ähnlich dem Ramses II., auch hier folgt im Inneren ein Pfeilersaal, der auf 6 Pfeilern verankert ist. Beeindruckend sind auch hier die wunderschönen Reliefs und die Gestaltung der Säulen. Die weiteren Räume sind unvollendet, aber auf jeden Fall einen Besuch wert, da sich im Allerheilgsten ein schönes Hochrelief der Göttin Harthor befindet.
Tipp: Ein besonderes Schauspiel können sie bei einem Besuch jeweils am 21. Februar bzw. 21. Oktober eines Jahres erleben. An diesen Tagen strahlt das Licht der aufgehenden Sonne direkt die Göttergestalten des Allerheiligsten quer durch den gesamten Tempel an. Dieses faszinierende Phänomen beruht auf einer baulichen Raffinesse, die auch bei der Umlagerung des Tempels erhalten wurde und die schon die Alten Ägypter begeisterte.
Stephanie Trappe







