Der Landzug Kom Ombo liegt direkt am Ufer einer Nilabbiegung in Oberägypten, circa 50 km nördlich von Assuan. Von ihrem Kreuzfahrtschiff aus können sie zu Fuß die Tempelanlage entdecken. Dieses Areal spielte vor allem in der Ptolemäerzeit eine große Rolle, wovon die Bauwerke aus dieser Zeit zeugen. Das alte Ombos weißt eine interessante Besonderheit auf, indem der dort befindliche ptolemäische Tempel zwei Gottheiten geweiht ist und dadurch zwei separate Sanktuare ( das Allerheiligste) und damit zwei getrennte Achsen bzw. Zugangswege aufweist. In diesem Fall sind das die Götter Sobek, in Krokodilsgestalt und Haroëris , in falkenköpfiger Darstellung.
Die Freilegung des Tempels erfolgte im Jahr 1893. Der Errichtung des Tempel ist in verschiedenen Bauetappen durchgeführt worden. Als frühester belegter Name für Bauaktivitäten lässt sich Ptolemäus VI. festmachen, des Weiteren ist Ptolemäus XII. als Bauherr inschriftlich erwähnt. Dekorationsarbeiten lassen sich noch bis ins 2./3. Jahrhundert n. Chr. verfolgen.
Das ganze Areal ist von einer Ziegelmauer umschlossen, wohingegen die eigentlichen Umfassungsmauern aus Stein bestehen. Den nilseitigen Eingang des Tempels stellt ein Pylon dar. Im Tempelhof wurden 16 Säulen errichtet, die heute nur noch zu einem Drittel erhalten sind. Anschließend gelangt man in die Vorhalle, die mit insgesamt 10 besonders schön dekorierten Säulen von 12m Höhe bestückt ist. Der Durchgang zum Säulensaal zeigt die außergewöhnliche Ausrichtung des Tempels erneut, indem der Durchgang nicht wie üblich exakt auf der Mittelachse verläuft, sondern symmetrisch neben dieser angeordnet ist. Auch in diesem Raum befinden sich 10 Säulen, die Papyrusgestalten besitzen. Hat man diesen Saal durchquert erreicht man die insgesamt drei Vorsäle, darunter befinden sich der Opfertisch- und der Gastgöttersaal. An den Seiten sind die Nebenräume in Form von Magazinen. Schließlich gelangt man durch den dritten Vorsaal in die beiden Sanktuare des Tempels. In diesen sind noch die Fundamente der einst darin befindlichen Granitsockel mit den Götterbarken erkennbar.
Der äußere Tempelumgang besitzt an den Wänden eine Reliefdarstellung, die von großem Interesse ist. Diese Abbildung zeigt medizinische Instrumente, sowie gebärende Frauen auf einen Schemel hockend und besitzt damit nicht nur einen Seltenheitswert, sondern gibt auch einen Eindruck in die Sitten der Alten Ägypter.
Die schönsten Reliefs finden sich in der Vorhalle, im Säulensaal und dem dritten Vorsaal. Sie zeigen die beiden Tempelgottheiten zusammen mit verschiedenen anderen Göttern und Königen, so zum Beispiel Königin Kleopatra VII. oder die weit bekannte Göttin Isis.
Zu der Tempelanlage von Kom Ombo zählen weitere Gebäude, die hier kurze Erwähnung finden sollten. Als Erstes sticht das Geburtshaus, das sogenannte Mammisi, von Ptolemäus VIII. hervor, welches sich an der westlichen Ecke der äußeren Umfassungsmauer befindet. Die Anlage ist jedoch in einen sehr schlechten Zustand, da im letzten Jahrhundert der Nil Teile mit sich gerissen hat. Die erhaltenen Reste, besonders die Reliefs repräsentieren die hohe Qualität, mit der der Tempel errichtet wurde, ebenso die Dekoration in Form von Schlangenfriesen.
Ein anderes nennenswertes Bauwerk stellt die Hathor- Kapelle dar, die unter Kaiser Domitian erbaut wurde und südlich vom Tempel liegt. Sie besteht aus roten Sandstein und ist unvollendet. Bei der Besichtigung von diesem Gebäude sind besonders die darin ausgestellten Krokodilsmumien, die von einem in der Nähe liegenden Friedhof stammen, interessant und außergewöhnlich.
Des Weiteren befinden sich auf dem Areal Reste verschiedener kleiner Bauwerke: ein römisches Tor, Fragmente zweier Kapellen, eine davon Sobek gewidmet, eine koptische Kirche und ein koptisches Haus und zwei Brunnen. Zu diesen Brunnen gehört ein kleines Wasserbecken in dem möglicherweise Krokodile zur Verehrung des Sobek gehalten wurden, dessen heiliges Tier dieses Säugetier symbolisiert.
Stephanie Trappe







