Die Nilinsel Agilkia beherbergt das berühmte Isisheiligtum aus der Spätzeit, nachdem es und andere, kleinere Bauwerke der Insel Philae in den Jahren 1972-80 vor den Fluten des Nils gerettet wurden, die durch den Bau des Assuanstaudamms entstanden.
Schon zu damaliger Zeit galt das alte Philae als eine der schönsten Inseln Ägyptens, die eine ganze Tempelstadt aus römisch/ ptolemäischer Zeit darstellte und zudem fast unversehrt war. Einen Eindruck, wie dieses Bild damals ausgesehen haben muss, geben Zeichnungen eines Ägyptenmalers namens David Roberts aus dem frühen 19. Jh.
Diese romantische Wirkung erzielten die Tempel, umrahmt von Palmen und anderen tropischen Pflanzen, umgeben vom Nil, den Nachbarinseln und weitreichenden Felslandschaften an den Ufern - ein einmalig schönes Bild!
Schon vor der Rettungsaktion konnten Besucher dieses Schauspiel jedoch nicht mehr in vollem Umfang genießen, da die Bauten größtenteils und fast das ganze Jahr unter Wasser standen. Mit der Errichtung des zweiten Staudammes drohte schließlich die komplette Überflutung und so wurde mithilfe der UNESCO eine Rettungsaktion für die bedrohten, antiken Denkmäler durchgeführt. Außer zwei koptische Kirchen und der Tempel des Augustus konnten alle Denkmäler vor dem Untergang gerettet werden.
Das heutige Philae besitzt eine Größe von 140 x 160 m und zeigt wunderbar, wie die Anlage auf dem ursprünglichen Philae ausgesehen hat. Die Stätte übernahm ab der Ptolemäerzeit die Rolle als Zugang zum Süden. Dies geschah im Zusammenhang mit dem Kult der Göttin Isis, der dieser Tempel gewidmet war, und welcher in dieser Zeit enorm an Zulauf gewann.
Der älteste Bauteil von Philae stammt aus der Zeit Nektanebos I. (30. Dynastie), der ein gewisses Gesamtkonzept für die Tempelanlage angestrebt hat. Fortgeführt haben dieses Unternehmen die Ptolemäer, vor allem Ptolemäus II. und Ptolemäus III. Weitere Bauherren tauchen in der Römerzeit auf, so wurden unter Augustus zwei lange Säulenkolonnaden errichtet, die die Prozessionsstraße flankieren. Später folgte der berühmte Trajanskiosk, der zu einer Ost-West-Prozessionsachse zum Haupttempel dienen sollte. Unter Kaiser Hadrian folgte der Bau eines Tors, das sogenannte Hadrianstor im Nordosten der Insel. Nahe der Tempel waren zahlreiche Ziegelbauten für die Unterbringung des Kultpersonales.
Den Hauptzugang zum Tempel der Isis bildet die Halle des Nektanebos I., zu der man über eine Aufgangstreppe gelangt. Von der Halle aus erreicht man den Tempelvorplatz, der mit Säulengängen verziert war. Von dort kommt man endlich in das beeindruckende Hauptgebäude, den Isistempel, der der Göttin und ihrem Sohn Hapokrates geweiht war.
Innerhalb des Vorhofes befindet sich eines der schönsten und besterhaltensten Geburtshäuser. Die Reliefs dort zeigen Szenen aus der Kindheit des Horus, dem Sohn der Isis, die mit diesem Haus für die Geburt geehrt wurde. Dem Geburtshaus liegen Gebäude für die Priesterschaft gegenüber. Über ein Tor an der Nordseite der Vorhalle gelangt man zum inneren Tempelumgang. Hier schließt sich der eigentliche Isistempel an. Die Reliefs an den Innenwänden zeigen sowohl Ptolemäer als auch römische Kaiser. Der Tempel folgt auf beengtem Raum dem typischen Aufbau eines altägyptischen Tempels: Tempelhof, Vorhalle, mehrere Vorsäle und das Allerheiligste mit seinen seitlichen Nebenräumen.Â
Neben dem Isistempel befinden sich auf Agilkia weitere bekannte Bauten wie das erwähnte Hadrianstor, der Hathortempel und der Trajanskiosk. Das Hadrianstor, wurde zur Zeit Kaiser Hadrians (lebte im 1/2. Jh. n. Chr.) gebaut. Neben dem Hadrianstor gibt es den Hathortempel, der sich östlich vom Isistempel befindet. Er wurde von Ptolemäus VI. und VIII. erbaut, später führte man Erweiterungsarbeiten unter Kaiser Augustus fort. Die Dekoration ist in einem guten Zustand, besonders im eigentlichen Tempelraum. Als Letztes ist der Trajanskiosk zu erwähnen, den Philae beherbergt. Er ist der besterhaltenste und auch schönste Bau der Insel, aus der römischen Kaiserzeit stammend und damit ein Highlight bei der Besichtigung dieser wunderschönen Tempelanlage.
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Stephanie Trappe







