Ägypten

Geheimnisvolle Zeichen an den Tempeln – die Hieroglyphen

25. Oktober 2008

Bei einem Besuch im wunderschönen Ägypten fallen einen schnell die stilsicher in die Wände von Tempelanlagen eingehauenen Schriftzeichen auf, die es zu bewundern gilt. Bei einer Reise durch das Land und auf den Spuren des Ägyptens der Pharaonenzeit gehören sie einfach als Muss dazu und geben doch den meisten von uns Rätsel auf.

Lange Zeit wusste man nicht, wie man diese bildhaften Zeichen zu lesen hatte, da sie sich in Bezug auf unsere Schrift doch stark unterscheiden. Erst mit Hilfe eines Mannes, dem Franzosen Jean-François Champollion, gelang die Entzifferung 1822. Für diesen wissenschaftlichen Wendepunkt in der Ägyptologie diente ihm der „Stein von Rosette“. Dieser wies die Besonderheit auf, dass er ein und denselben Text in drei verschiedenen Schriften enthielt: in Hieroglyphen, Demotisch und Griechisch. Dank der Kartuschen (eingerahmte Zeichengruppen, die den Königsnamen enthalten) innerhalb des Textes konnte er Vergleiche ziehen und so die Namen der genannten Könige ins Hieroglyphische übersetzen. Damit war der Anfang für seine weiteren Forschungen gemacht.

Durch weitere Wissenschaftler fand man schließlich heraus, wie sich diese Schrift zusammensetzt. In erster Linie sind die Hieroglyphen eine Bilderschrift. So steht das Abbild einer Gans für das Wort „Gans“. Andere Zeichen haben ihre ursprüngliche Bedeutung verloren und besitzen nur noch einen gewissen Lautwert: das Zeichen Hand übersetzt man mit dem Buchstaben „d“. Diese Lautzeichen kann man mit einem Alphabet vergleichen. Die dritte Gruppe sind die Deutzeichen, auch Ideogramme genannt. Beispiel hierfür ist das Zeichen eines sitzenden Mannes: dieses charakterisiert den davor geschrieben Namen als einen männlichen.

Da dieses System ziemlich kompliziert war und auch die Anbringung an die vorgesehenen Wände von Tempeln aufwendig war, ist es nicht verwunderlich, dass die Alten Ägypter ihre Schrift weiterentwickelten. Während die Hieroglyphen eine Schrift für die Ewigkeit darstellten gibt es weitere Abstufungen, die „alltagstauglicher“ waren. Schrieb man beispielsweise mit Feder auf Papyrus oder Tonscherben vereinfachte man die Zeichen etwas, dies galt vor allem für sakrale Handschriften. Aus dieser Übergangsform leitete sich die Schreibschrift, das Hieratisch, ab. Vergleichen kann man diese Schriftabstufungen mit folgendem Beispiel: Für wichtige Formular verwendet man heute per Computer vorgegebene Schriften wie „Arial“ oder „Times New Roman“. Schreibt man dagegen eine Notiz auf, greift man auf seine eigene Handschrift und Stift zurück.

Stephanie Trappe

Kategorie: Das Alte Ägypten